Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe
 
 

Regierungs-Pläne: Klare Absage an Wirtschaft und Umwelt

Bonn. Massive Kritik an den Plänen der Bundesregierung zu den CO2-Zielvorgaben für leichte Nutzfahrzeuge kommt von Seiten des Deutschen Kfz-Gewerbes. Diese verhindern, dass sich der Nfz-Bestand erneuert, und begünstigen einen Trend hin zu mehr, nämlich kleinen leichten Nfz, heißt es vom Branchenverband. Damit wäre weder der Wirtschaft noch der Umwelt gedient. ZDK-Präsident Robert Rademacher hat diese Position mit konkreter Aktionsvorlage stellvertretend für 38 300 Kfz-Meisterbetriebe in Schreiben an die Bundesminister Brüderle, Röttgen und Ramsauer dargelegt.

In den Schreiben lautet die Hauptkritik, dass die absehbare Strafsteuer insbesondere die größeren leichten Nfz, welche die Zielvorgaben am allerwenigsten erreichen könnten, drastisch bis hin zur absoluten Unverkäuflichkeit verteuere. Die Erfahrungen aus dem Handel zeigten, dass zwar kleine und mittelständische Handwerks-Unternehmen durchaus als Kunden für umweltfreundliche Fahrzeuge zu gewinnen seien. Dies gelte aber dann nicht mehr, wenn diese Fahrzeuge kein vertretbares Preis-/ Leistungsverhältnis aufweisen. Die Folge: Entweder schieben die Unternehmen den Neukauf so lange wie möglich auf. Oder sie weichen auf kleinere Fahrzeuge aus, mit denen sich am ehesten die niedrigen Emissionsziele erreichen lassen. Damit aber sinke die durchschnittliche Transportkapazität pro Fahrzeug und die Zahl der Fahrten stiege, was verstopfte Straßen und deutlich steigende Emissionen zur Folge hätte.

Die Forderung des Deutschen Kfz-Gewerbes lautet, die Frist für die bereits sehr ambitionierte Zielvorgabe von 175 Gramm CO2/km bis 2017/2018 zu strecken. Erst wenn eine valide Folgenabschätzung vorliege, könne man sich an niedrigere, langfristige Emissionsziele herantasten. Die EU-Kommission schlägt die schrittweise CO2-Reduktion auf 175 Gramm/km von 2014 bis 2016 und auf 135 Gramm/km bis 2020 vor. Erst war man sich mit Frankreich und Italien einig, dass schon das Unterschreiten der ersten Grenze äußerster Anstrengungen bedarf und dass das zweite Ziel selbst mit modernster Technik und unter wirtschaftlich unzumutbaren Konditionen nicht erreichbar ist. Nun erwägt die Bundesregierung, dieses Bündnis der Ablehnung aufzugeben und für 2020 ein Ziel von 145 Gramm CO2/km einzubringen.

 
Letzte Änderung: 21.04.2010
 
 

Service